Bis 19. Juli dreht sich im Petit Palais alles um die Darstellung von KünstlerInnen: Selbstporträts, viele „Künstler-malen-Künstler“-Porträts, ein Objektporträt, Skulpturen und Masken sind im Rahmen der Ausstellung „Visages d’artistes“ zu sehen.

Die rund 100 Exponate, die zum großen Teil aus den Beständen des Petit Palais kommen, spannen einen Bogen vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Ein Highlight der Schau ist ein Selbstporträt Gustave Courbets, das ihn mit Hund zeigt. Es wurde dem Museum von der Schwester des Künstlers gestiftet. Die Kuratorinnen der Schau unterstreichen die Tatsache, dass sich die Sammlung des Hauses auf Schenkungen von KünstlerInnen bzw. deren Familien stützen kann.
Bild: (CCØ Paris Musées / Petit Palais): Gustave Courbet, Autoportrait „Courbet au chien noir“, zw. 1842 und 1844, Öl auf Leinwand 46,5 × 55,5 cm. Paris, Petit Palais, Musée des Beaux-Arts de la Ville de Paris
Bemerkenswert auch ein sogenanntes Objektporträt: Der Künstler Jean-Francois Gigoux „porträtierte“ sich durch für ihn typische Gegenstände. Er selbst ist auf der Leinwand gar nicht zu sehen, dafür ein großer Ledersessel mit weißen Handschuhen, Zylinder, Gehstock und Zeichenblock. En vogue waren damals offenbar auch „Klassenfoto“-Porträts, auf denen die Köpfe der Malerkollegen berühmter Ateliers zu sehen sind. Ikonisch ein Panorama vor der Kulisse von Paris mit den wichtigsten Malern (tatsächlich ausschließlich Männer) seit der Revolution, es ist Teil eines gigantischen Werks von 120 Metern Länge.
Doch auch die Porträtkunst von Frauen kommt in der Ausstellung nicht zu kurz. 13 zeitgenössische Künstlerinnen wurden in die Schau geholt, zum Beispiel Cindy Sherman (USA) als nackte „La Fornarina“ nach dem Gemälde Raphaels. Die Franko-Amerikanerin Nina Childress versteckt ihr Antlitz hinter einer roten Clownnase und weißer Schminke. Als lebensgroße Kopie ihrer selbst sitzt – unübersehbar – Hélène Delprat in einem der Ausstellungsräume.
Erreichbarkeit: z.B.: Métro M1, Station Franklin Roosevelt
Quellen: Petit Palais, L’objet d‘art, Wikipedia