„Mode des 18. Jahrhunderts“, hinter diesem etwas langweilig klingenden Ausstellungstitel versteckt sich eine interessante Zeitreise, die illustriert, wie bereits Jahre vor der Französischen Revolution anstehende gesellschaftliche Veränderungen von der Mode aufgegriffen wurden. Die aktuelle Schau im Palais Galliera zeigt auch, dass damalige Modetrends bis heute Designer und Pop-Kultur inspirieren (bis 12. Juli).
Der Frauenkörper wurde plötzlich nicht mehr auf zwei Dreiecke reduziert, deren Spitzen in der Taille aufeinandertrafen, die Damen der Gesellschaft durften nun ein natürlicheres Erscheinungsbild zeigen.
Einfachere Stoffe waren angesagt, jedoch mit Bordüren, Spitze und Schleifchen aufgehübscht. Kunstvolle Frisuren, wie Königin Marie Antoinette sie trug, lagen im Trend. Erste Friseursalons etablierten sich, aufwendige Haarkreationen waren nicht mehr allein dem Hof vorbehalten.
Foto (ej): Belle-Poule-Frisur à la Marie Antoinette

Die Kleidersäume rutschten nach oben, um mehr Bewegungsfreiheit zu bekommen, was folglich auch die Schuhe ins Blickfeld rückte. Roben schneiderte man im französischen, englischen, polnischen oder piemontesischen Stil. Internationale, durchgestylte Damenmode, wie wir sie heute kennen, hat ihre Wurzeln im 18. Jahrhundert.



Modemuseum der Stadt Paris
Erreichbarkeit: z.B. Métro M9, Station Iéna
Quelle: Palais Galliera