Sie war die einzige Schülerin von Édouard Manet und starb nur wenige Tage nach ihm: Eva Gonzalès (1847 – 1883). Das Petit Palais widmet der Impressionistin eine Ausstellung, die bis 24. Jänner 2027 läuft. Rund 100 Werke sind zu sehen, im Februar wandert die Schau in das Amsterdamer Van-Gogh-Museum.
Kaum jemand kennt ihren Namen, dabei war sie integraler Teil der Pariser Kunstszene, nicht zuletzt aufgrund ihrer Herkunft. Vater Emmanuel war Schriftsteller und Journalist, Mutter Céline Ragot Musikerin.
Als Mädchen war Eva die Aufnahme in die Kunstakademie verwehrt, deshalb ließen die Eltern sie von Charles Chaplin unterrichten, der damals zahlreiche weibliche Talente in der Malkunst unterwies.
Bild (ej): Das bekannteste Bild der Ausstellung stammt von Édouard Manet und zeigt Eva Gonzalès malend (1870)

1869 lernte sie Édouard Manet kennen, er galt wegen seiner Darstellung von nackten Frauen als skandalumwittert. Eva wurde seine (einzige) Schülerin und saß ihm auch Modell. Ein Jahr später fand erstmals eine ihrer Arbeiten Aufnahme in den Pariser Salon, nur sehr wenigen Frauen wurde diese Ehre damals zuteil, von den etwa 800 Namen im Katalog war nur 1 % weiblich. Eva Gonzalès schaffte es mit dem Gemälde „L‘Enfant de troupe“ (Der Hornist), das einem Motiv Manets nachempfunden war („Le Fifre“/Der Pfeifer), in den erlauchten Künstler-Kreis.
Über Manet lernte die Malerin auch ihren späteren Ehemann Henri Guérard, einen Kupferstecher, kennen. Kurz nach der Geburt des ersten Kindes starb Eva Gonzalès am 5. Mai 1883 mit nur 36 Jahren an einer Embolie, fünf Tage zuvor war ihr Mentor Manet an den Folgen einer Beinamputation verstorben.
Petit Palais, Avenue Winston-Churchill
Erreichbarkeit: z.B. Métro M1, Station Franklin Roosevelt
Quelle: https://www.petitpalais.paris.fr/decouvrir-la-programmation/expositions/eva-gonzales