Jacopo Tintoretto (1519 – 1594) zählt mit Tizian und Veronese zu den großartigen venezianischen Malern des 16. Jahrhunderts. „Éternel Tintoret“ ist der Titel einer Schau im Museum Jacquemart André, die bis 24. Jänner zu sehen ist.
Bild (ej): Das Stadtpalais und die Kunstsammlung von Nélie Jacquemart und Édouard André wurden dem Institut de France vermacht. Es ist heute ein öffentlich zugängliches Museum am Boulevard Haussemann mit permanenter Sammlung und halbjährlich wechselnden Sonderausstellungen.

Der Sohn des Seidenfärbers („tintore“) Battista Comin war eher kleinwüchsig und so kam Jacopo zu seinem Beinamen „Tintoretto“ (der kleine Färber). Sein Atelier unweit der Rialto-Brücke avancierte zu einem der erfolgreichsten der Serenissima, im Lauf seines Lebens soll der Meister rund 650 Gemälde geschaffen haben.
„Die Zeichenkunst des Michelangelo und die Farbgebung von Tizian“, so lautete der Wahlspruch auf einer Wand seiner Werkstatt. Tintoretto gilt als Vertreter des Manierismus: Ihm war es wichtig, die eigene „Maniera“, den individuellen Stil, zu verfolgen und nicht klassischen Vorgaben zu gehorchen oder die Natur abzubilden. Neue, extreme Perspektiven, der betont flüchtige Pinselstrich sowie die dramatische Lichtführung (mit harten Schatten) machen seine Einzigartigkeit aus.
Motivisch konzentrierte sich sein Werk auf Religion und die klassische Antike. Da er auch das Amt eines offiziellen Porträtmalers der Republik Venedig innehatte, sind viele seiner Personen-Darstellungen erhalten. Ein Selbstporträt Tintorettos aus den Beständen des Louvre und die Neuinterpretation dieses Werks durch Édouard Manet zählen zu den Highlights der Ausstellung.



Erreichbarkeit: z.B. Métro M9, Station Miromesnil
Quelle: Musée Jacquemart André