Die Einführung des metrischen Systems war eine Idee der Französischen Revolution. Um die neue Einheit durchzusetzen, brachte man 16 Metermaße an gut frequentierten Plätzen der Hauptstadt an. Zwei davon sind noch heute zu besichtigen.
Vor der Revolution war der Körper das Maß aller Dinge: Elle und Fuß zählten zu den gängigen Längenmaßen. Allerdings wichen diese Maße in vielen Gebieten voneinander ab, da der menschliche Körper ja keiner Norm unterliegt. Deshalb gab es immer wieder Streitigkeiten im überregionalen Handel und die Suche nach exakten Maßen begann.

Die französische Akademie der Wissenschaften einigte sich auf den zehnmillionsten Teil des durch Paris verlaufenden Erdmeridians als Definition. Nun ging es darum, die Bevölkerung zu informieren, denn die neue Einheit sollte rasch zur Anwendung kommen. Zwischen 1796 und 1799 wurden Marmorplatten, die den neuen Meter darstellten, von einem Steinmetz namens Corbel ausgeführt. „Graviert, geschwärzt und mit 2 Eisenstücken“ lieferte er seine 16 Metermaße ab.
Zwei davon sind öffentlich zugänglich: Eines am Originalplatz 36 Rue de Vaugirard, das andere ziert die Fassade des Justizministeriums an der Place Vendôme. Zugegeben, ein 1 Meter langer Strich, auf Marmor graviert, ist keine nervenzerfetzende Sehenswürdigkeit, aber ein kleiner Umweg lohnt sich für die beiden historischen Meter allemal. Die Tafel am Justizministerium lässt sich mit einem Besuch der Place Vendôme kombinieren und jene in der Rue de Vaugirard befindet sich in der Nähe des Musée Luxembourg sowie des gleichnamigen Parks. Heute ist übrigens ein Meter nach wie vor ein Meter, nur die Definition hat sich mittlerweile geändert…
Erreichbarkeit: Place Vendôme, u.a. Métro M1, Station Concorde oder M7, Station Opéra, Rue de Vaugirard, M12, Station Rennes, RER B, Station Luxembourg
Quellen: Wikipedia, Justizministerium