
Zwischen der Avenue des Champs-Élysées und der Avenue Gabriel befindet sich, umgeben von einem kleinen Park, das Theater Marigny. Das Gebäude in Top-Lage steht im Eigentum der Stadt Paris, der Theaterbetrieb wurde im Jahr 2000 der Holding Artémis des Multimilliardärs François Pinault anvertraut.
Die (ehemalige) Pariser Bourse de Commerce und der Palazzo Grassi in Venedig zählen übrigens ebenfalls zum Reich der kultur- und kunstaffinen Unternehmerfamilie, deren Konzern mit Marken wie Yves Saint Laurent, Gucci etc. im Luxussegment aktiv ist.
Foto: Das Theater Marigny, 1880/82 nach Plänen des Opern-Architekten Charles Garnier erbaut, später mehrfach adaptiert. Im Vorgänger-Haus wirkte Jacques Offenbach.
In den Pinault-Kunsttempeln liegt der Schwerpunkt auf Zeitgenössischem, während das traditionsreiche Marigny auch Historisches auf die Bühne bringt. Derzeit steht u.a. „Amadeus“, ein Stück über die spannende Rivalität zwischen Wolfgang Amadeus Mozart und Antonio Salieri, auf dem Programm.
Vor über 40 Jahren räumte die Kino-Version von Miloš Forman sage und schreibe acht Oscars ab. Im Marigny führt Olivier Solivérès Regie und bereitet dem Publikum einen rundum unterhaltsamen Theaterabend. Bruder Thomas Solivérès brilliert als extrovertierter Mozart, Jérôme Kircher als Salieri berührt mit seiner Lebensbeichte Jung und Alt. Dem spielfreudigen Ensemble von SchauspielerInnen, SängerInnen und MusikerInnen fällt es leicht, den Funken der Begeisterung auf das Publikum zu übertragen, die prächtigen Kostüme und das stimmungsvolle Bühnenbild tun ein Übriges.
Wer möchte, kann den Abend im eleganten Theater-Restaurant starten bzw. beenden. Besonders die Tische im Freien abseits des Verkehrs mit Blick auf das Grün des angrenzenden Parks sind beliebt, die Preise entsprechen der feinen Adresse. Aber auch ein Glas im Foyer bietet Unterhaltung: Musiker in Mozart-Kostümen am Piano oder an der Geige, BilleteurInnen mit Maske und langen Capes stimmen auf die Epoche ein, noch bevor man die bequemen Sitze im Saal einnimmt.
Bis 7. Juni: „Amadeus“ von Peter Shaffer in der Regie von Olivier Solivérès in französischer Sprache
Theater Marigny, Erreichbarkeit: z. B. Métro M1, M13, Station Champs Élysées Clemenceau
Quellen: Programmheft „Amadeus“, Wikipedia