Der älteste Baum der Stadt kommt tatsächlich aus den USA. Vor 425 Jahren pflanzte der Heilkräuter-Experte des Königs Baum-Samen, die ursprünglich aus dem Appalachen-Gebirge der US-Ostküste stammten, in den Pariser Boden. Seither steht im Garten der Kirche Saint-Julien-le-Pauvre (unweit der Kathedrale Notre-Dame) eine Robinie.
Namensgeber der Spezies ist eben dieser königliche Botanist Jean Robin (1550 – 1629), der sich in Europa besonders um die Art verdient gemacht hat. Er kam durch einen britischen Kollegen an die weitgereisten Samen, die er an mehreren Plätzen der französischen Hauptstadt deponierte. Heute gibt es dokumentiert nur noch zwei Exemplare, die auf Monsieur Robin zurückgehen: den Baum im Pfarrgärtchen sowie einen Ableger dieser Robinie im Jardin des Plantes. Dieser Ableger wurde von seinem Sohn, Vespasien Robin, im Jahr 1636 gepflanzt.
Noch ist der älteste Baum von Paris in Winterruhe. Am von Blitzeinschlägen gezeichneten Stamm rankt sich Efeu hoch, der regelmäßig gestutzt wird, die schweren Äste werden durch Beton-Stützen stabilisiert. Im Sommer lässt es sich im Schatten der über elf Meter hohen Robinie entspannt pausieren. Seit ein paar Jahren gibt es zudem rund um den Baum eine Sitzgelegenheit aus Holz, die gleichzeitig als Schutz für das historische Naturmonument gedacht ist.
Foto: Der älteste Baum von Paris in Winterruhe. Im Juni verströmt die Robinia pseudoacacia ihren Duft, ab September produziert sie Samen in Schoten. Sie ist in allen Teilen stark giftig.

Park- und Gärten-Öffnungszeiten
Garten der Kirche Saint-Julien-le-Pauvre
Square René Viviani
Erreichbarkeit: z.B.: Métro M10, Station Maubert – Mutualité
Quellen: Wikipedia, Hôtel de Ville